Kirkeler Nachrichten KW 4210

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125 Jahre Obst- und Gartenbauverein Kirkel-Neuhäusel

Gesprächsrunde statt Grußwort

Es war eine ergiebige Diskussionsrunde innerhalb der Geburtstagsfeier, die trotz oder gerade wegen ihrer inhaltlichen Vielfalt und Genauigkeit nicht langweilig wurde. Vorbereitet und gestaltet von Gregor Römer als Initiator und Moderator, ließen sich Bürgermeister Frank John, Ortsvorsteher Hans-Peter Schmitt und der Fachberater des Kreisverbandes der Gartenbauvereine, Harry Lavall, auf die Zumutungen ein, die ihnen durch das Themen- und Fragenspektrum vorgegeben waren.

Inhaltlich wurden über 10 Fragenbereiche hinweg die Themen Aufgaben und Perspektiven eines Gartenbauvereins, zeit- und zukunftsorientierte Gestaltung eines Vereinsgeschehens, sowie Herausforderungen für bürgerschaftliches Engagement im Blick auf die sich entfaltende Biospährenregion in einen wahrnehmbaren Zusam-menhang gestellt.

Bürgermeister Frank John, selbst in verbandlichen Strukturen groß geworden, sieht für Vereine das Erfordernis, mit ihren je eigenen spezifischen Aufgaben auf der Höhe der jeweiligen Zeit zu bleiben. Dabei ergeben sich - gerade auch mit vorhandenen Institutionen und Partnern - Notwendigkeiten und Chancen der Vernetzung. Diese können den eigenen Zielen und der Allgemeinheit förderlich sein. Für einen Gartenbauverein, der nachhaltig und naturbezogen handelt kann es nur heißen, selbst immer wieder Lernen zu können. Des Weiteren bedeutet dies, Anregungen, Informationen und aktionsbezogene Beispiele zu geben, die diesen Grundauftrag auch den Menschen vor Ort, etwa den Kindern in Kindergarten oder Schule, den Gartenliebha-bern oder Obstanbauern zugute kommen.

Für ihn ist es ein wichtiges Anliegen, im Zusammenhang mit der demografischen Entwicklung, mitzuwirken, dass der Takt der Natur sowie die Zeit mit ihren natürlichen Rhythmen nicht ganz unter die Räder kommen. Entschleunigung ist angesagt, Leben spenden und natürliche Gegebenheiten respektieren und fördern, darin kann ein hoher Wert für das Hobby und den Anspruch des Gärtnerns insgesamt liegen.

Als Eckpfeiler und Säulen im gesellschaftlichen Leben, so sieht Hans-Peter Schmitt den Stellenwert von Vereinen und Verbänden heute und insgesamt. Dabei dürfen sie keine Kopie dessen sein, was die Hektik und den Stress des Alltags prägt, sondern eher Kon-trastprogramm, weil Rückzugsräume und Refugien für Menschen mit ihren Interessen, Neigungen und Anliegen sinnvoll und lebensbejahend sind. Was das Zusammenspiel mit dem nun vorhandenen Biosphärenreservat angeht, so sieht der Ortsvorsteher großen Nachholbedarf an Informationen für die Bevölkerung im Ort, zumal mit der Kernzone des nahegelegenen Waldes Veränderungen selbst in der freizeitlichen Nutzung einhergehen. Aus einem vernehmbaren Unbehagen sollen die Vorteile einer Biosphäre angegangen und zur Geltung gebracht werden.

Harry Lavall, als Fachberater und Geschäftsführer, die zentrale Instanz für die Gartenbauvereine in der Region, sieht in einer vereinsbezogenen Gestaltung von vielfältigen Themen und Aktionsfeldern eine höhere Akzeptanz und ein deutliches Interesse an der Zukunft eines Obst- und Gartenbauvereins. Weil ein Umgang mit und in der Natur, weil naturnahe Ansätze und Handlungsweisen modern und zukunftsrelevant sind, sollen Gartenbauvereine ihren Möglichkeiten entsprechend den Besitzern und Liebhabern von Gärten, Sträuchern und Bäumen Hilfen und Anregungen geben können, die mit einem Bewusstsein für Wohlbefinden einhergehen. So gesehen ist ein Garten ein Stück Land und Landschaft zugleich, der in eigener Verantwortung und Ausgestaltung zum Blühen gebracht, zur Schönheit entfaltet, zum Hobby und möglicherweise auch zum „Fitness-Studio“ entwickelt werden kann. Nicht zu vergessen die unbestrittene Qualität in der Erzeugung und im Genießen eigener Produkte, die weder ein billiger noch ein exotischer Kaufanreiz ersetzen kann.

Im Ergebnis präsentierte Gregor Römer dank seiner Gäste eine Fundgrube von Anregun-gen, Aspekten und Botschaften, die für den Gartenbauverein selbst, aber auch für Vereine unterschiedlicher Zielgruppen und Aufgaben ein Reservoir an Bedenkenswertem und Planbarem sein können. Sollten sie dazu führen, dass örtlich und regional Bemühungen um Kooperation, um Vernetzung, um Ergänzung, um Zusammenspiel eher verstärkt denn verhindert werden, so wären die vorhandenen Anregungen in eine fruchtbare und überreiche Ernte für die Gemeinschaft überführt.

Apfelannahme

An diesem Samstag – in der Zeit von 14.00 bis 16.00 Uhr – und am Montag, 25. Oktober 2010, von 16.00 bis 18.00 Uhr, können zum letzten Mal in der laufenden Keltersaison Äpfel beim Obst- und Gartenbauverein in der Eisenbahnstraße abgegeben werden.

Obstbaumbestellung

In Verbindung mit dem Kreisverband der Gartenbauvereine führt der hiesige Obst- und Gartenbauverein eine Sammelbestellung für Obstgehölze durch.
Bestelllisten liegen im Kelterhaus zu den gewohnten Zeiten aus. Sie können auch an den Schaukästen eingesehen werden.
Bestellungen sind bis Donnerstag, 04. November 2010, beim amtierenden Vorsitzenden, Karlfried Collet, Telefon 1276, möglich.